Gute Gründe FÜR den Godorfer Hafenausbau
Der Hafenausbau sei alternativlos, heißt es immer wieder aus den Reihen der Befürworter des Godorfer Hafen-Ausbaus. Das ist er sicher nicht. Aber er ist die wohl beste Alternative – für Köln als Wirtschaftsstandort, für Köln als Lebensraum und für Köln als Vorreiterstadt im Umweltschutz.
Schon jetzt spielt Köln als Hafenstadt eine gewichtige Rolle im nationalen und europäischen Binnenschiffs-Verkehr: Nach Duisburg und mit 15,6 Millionen Tonnen jährlichem Warenumschlag sind die Kölner Häfen zusammengerechnet der zweitgrößte Binnenhafen-Standort Deutschlands. Damit das in Zukunft so bleibt, bedarf es dringend einer Kapazitätserweiterung. Denn – in einem sind sich Gegner und Befürworter einig: Der Güterverkehr wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten deutlich zunehmen.
Die eigentliche Diskussion dreht sich somit inzwischen um die Frage, ob der Godorfer Hafen ausgebaut oder der Niehler Hafen erweitert beziehungsweise umgenutzt werden soll.
Derzeit können im Gegensatz zu Niehl im Godorfer Hafen nur Flüssig- und Schüttgüter umgeladen werden, jedoch keine Container. Die Erweiterung sieht neben dem Bau eines neuen Hafenbeckens die Einrichtung eines Container-Terminals vor.
Die Hafengegner behaupten, im Niehler Hafen seien noch viele Flächen nutzbar, die derzeit zum so genannten „Trockenumschlag“ genutzt würden. Darunter versteht man das Umladen zwischen Bahn und LKW, also ohne Beteiligung des Schiffs.
Würden diese Flächen also nun für das Umschlagen von Containern auf Schiffe genutzt, könnte man den Ausbau des Godorfer Hafens vermeiden, meinen die Gegner.
Folgerichtig müsste dann eine Möglichkeit geschaffen werden, den zuvor durchgeführten Trockenumschlag an anderer Stelle weiterzuführen. Und das erfordert auch den Neubau einer Anlage, die ebenso wie die Erweiterung des Godorfer Hafens zu Buche schlagen würde. Eine wirklich praktikable Lösung sieht anders aus.
Viel entscheidender ist jedoch, dass im Süden Kölns derzeit gar keine Möglichkeit besteht, Container auf das Wasser umzuladen. Somit müssen für den Schiffstransport vorgesehene Container erst nach Niehl oder Bonn-Graurheindorf transportiert werden – mit dem LKW quer durch die Stadt. Und der produziert Lärm und CO², eine Zumutung für Mensch und Umwelt.
Würden also lediglich Flächen in Niehl umgenutzt – diesem Problem wäre keinerlei Abhilfe geschaffen worden.
Ein weiteres Argument der Gegenseite ist die Rodung der Sürther Aue, die für den Hafenausbau erforderlich ist. Abgesehen davon, dass das Gebiet bereits gerodet worden ist, handelt es sich nicht wirklich, wie von den Gegnern behauptet, um ein Naturschutzgebiet im herkömmlichen Sinne. Vielmehr ist das Gelände eine seit den 60er-Jahren bestehende Brache, die im Laufe der Zeit mit üppiger Vegetation überzogen wurde. Sicherlich ist es schade, dass dieses Stück Kölner Grün dem möglichen Ausbau zum Opfer fällt – doch die HGK hat bereits Ausgleichsflächen, darunter Renaturierungen im Kölner Norden, geschaffen, die das Gebiet der Sürther Aue flächenmäßig übertreffen.
In eine Reihe mit dem Neubau des Stadions („Fritz-Schramma-Stadion“) und der Nord-Süd-Stadtbahn wird der Godorfer Hafen von Gegnern des Ausbaus gerne gestellt – als Projekt, das lediglich dem Prestige einzelner Personen und der Verschwendung von Steuergeldern dient. Aber: Ist ein Hafenbecken wirklich ein Prestige-Objekt? Und: Wer treibt das Projekt denn so stark alleinig voran, dass ihm das neue Becken als Denkmal anerkannt werden könnte?
Vielmehr ist es die Pluralität der Befürworter, die einen klaren Hinweis darauf geben, dass der Ausbau des Hafens sinnvoll ist: In seltener Allianz sprechen sich sowohl der Deutsche Gewerkschafts-Bund und seine angeschlossen Gewerkschaften (zum Beispiel IG Metall, IG Bergbau Chemie) als auch die Industrie- und Handelskammer und die Arbeitgeber in Köln für den Ausbau des Godorfer Hafens aus.
Und diese Organisationen verfolgen ganz klare wirtschaftliche Interessen – warum sollten sie also an einem Hafen interessiert sein, der wirtschaftlich unsinnig wäre? Vielmehr möchten sie den Kölner Süden attraktiver nicht nur für die Bestands-Firmen, sondern auch für die Neuansiedlung von neuen Unternehmen machen. Es wäre fatal, diese Chance zu vertun.
In Zukunft wird die ökologische Effizienz von Transporten bei Unternehmen immer stärker in den Vordergrund rücken – nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen. Im Gegensatz zu einem LKW, der einen Container transportieren kann, ist es modernen Binnen-Containerschiffen inzwischen möglich, bis zu 500 20-Fuß-Container zu transportieren (üblich sind 40 Fuß–Container, also = 250). Die Umweltbilanz eines per Schiff transportierten Containers ist also viel besser als die eines Containers, der per LKW verschickt wird – an diesem Vorteil sollte auch der Kölner Süden teilhaben. Die Argumentation, Schiffe seien nicht mit Rußpartikelfiltern ausgestattet, erscheint doch etwas abstrus, um damit den Hafenausbau glaubhaft zu verneinen.
Des Weiteren behaupten die Ausbaugegner, der Schiffsverkehr sei grundsätzlich nicht zuverlässig, da extreme Hoch- und Niedrigwasser in letzter Zeit häufig aufträten. Was sie dabei nicht bedacht haben – ob der Niehler oder der Godorfer Hafen erweitert wird, spielt in dieser Hinsicht keine Rolle. Sie widersprechen sich also selbst.
Bleibt die große Frage der Finanzierung: 67 Millionen Euro soll die Erweiterung des Godorfer Hafens kosten, schätzt die HGK. Der errechnete volkswirtschaftliche Nutzen liegt beim Faktor 2,5. Das heißt, auf jeden investierten Euro kommen 2,50 € heraus. Zum Vergleich: Die Nord-Süd-Stadtbahn hat einen volkswirtschaftlichen Nutzenfaktor von 1,6, knapp oberhalb der Fördergrenze von 1,5.
Nach Kölner Verhältnissen muss wohl davon ausgegangen werden, dass der Hafenausbau letzten Endes wohl 100 Millionen Euro kosten wird – ein Problem wäre das aber vor allem für die HGK. Denn die bezahlt die Erweiterung aus eigener Tasche. Die Behauptung, für den Ausbau würden Fördergelder verschwendet, ist also zumindest teilweise ein Irrglaube. Zwar gehört die HGK zu annähernd 100% der Stadt Köln, dennoch leiht sie sich die Gelder am Kapitalmarkt und fällt dem Steuerzahler zunächst also nicht zur Last. Im besten Falle profitiert er sogar davon – wenn die HGK Geld mit dem Hafen verdient, das sie an den öffentlichen Haushalt abführt.
Es gibt sicher gute Argumente geben den Hafen-Ausbau. Sicher sind in den letzten Jahren Diskussionen um die Erweiterung nicht optimal verlaufen. Es drängt sich aber die ganze Zeit der Eindruck auf, dass auch für dieses Thema folgendes Phänomen zutrifft: Grundsätzlich äußern sich immer alle für den Ausbau erneuerbarer Energien und alternativer Verkehrsträger. Soll ein Windrad dann aber vor der Haustür aufgebaut werden, sind die gleichen Menschen auf einmal dagegen. Ähnlich verhält es sich wohl hier – Güter auf das Wasser ja, aber bitte nicht in Godorf. Es würde wohl jedem so gehen, wäre er Anwohner. Der Nutzen, den ganz Köln aus einer Hafenerweiterung ziehen würde, ist dem aber eindeutig voranzustellen.
Also: Am Sonntag ins Wahllokal – wir haben jetzt die Chance, die 23 Jahre dauernde Diskussion um die Erweiterung des Godorfer Hafens endlich zu beenden – und mit JA stimmen. Es ist sicherlich nicht die perfekte Lösung, aber der Ausbau des Godorfer Hafens scheint das kleinere Übel zu sein.
Was spricht GEGEN den Godorfer Hafenausbau? Lest auch den Kommentar von Dirk Gebhardt!
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vor 1 Woche 11 Stunden
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vor 1 Woche 1 Tag
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vor 1 Woche 6 Tage



























































































Kommentare
Liebe Leserinnen und
Liebe Leserinnen und Leser,
letzte Woche haben wir eine Radtour zu den Sürther Auen unternommen. Um dort anzukommen muss man erst - wenn man am Rhein entlang fährt - durch ein wunderschönes und bestimmt 3 Mal so großes wild bewachsenes Gebiet fahren (welches natürlich nicht verloren geht). Jetzt kommen wir zum "Nein" im meinem Kommentar: Nein, ich bin nicht der Meinung, dass der Verlust der Fläche bei geplanten Ausbau eien Einschränkung für die Anwohner (500 Meter entfernt) oder die Menschen in unserer Stadt darstellt. Zumal die eigentliche Sürther Aue erhalten bleibt. Richtig, ein Stück grüne Wiese geht dabei verloren.
Als gelernter Groß- und Außenhandelskaufmann weiß ich, dass umliegende Unternehmen durch das Containerterminal einen Standortvorteil bekommen, der sich bis zu 10 % auf ihren Verkauswert beziffern kann. Das sind starke Argumente für Unternehmen eine Ansiedlung im Süden zu erwägen. Bestimmt ist der Hafen nicht alternativlos, aber was ich bislang an von den Gegner gehört habe, sind in den meisten Fällen Partikularinteressen, ob parteipolitisch oder als Anwohner. Wer sich mehr mit dem Thema beschäftigen will, dem empfehle ich eine Sendung des WDR:
http://www.wdr5.de/sendungen/neugier-genuegt/s/d/18.03.2011-10.05/b/rede...
Ich möchte möchte mehr Grünflächen in der Stadt, mehr Raum für den Menschen, für Kultur und Leben. In der Stadt! Ohne eine gute wirtschaftliche Infrastruktur in Köln, werden wir diese Ziele nicht weiterverfolgen können.
Und überhaupt: Wer will eigentlich eine Mauer in Godorf bauen??? ;-)
Godorfer Hafen
Wer es mit dem Umweltschutz wirklich erst meint, kann nur für den Ausbau stimmen-
allein die Anzahl der LKWs- die durch die Stadt von Süden nach Norden fahren müssen und das in Zukunft in einer noch größeren Zahl muss doch jeden ernst zu nehmenden Politiker davon überzeugen.
Wer auf der einen Seite Wassertaxis zur Personenbeförderung möchte, damit die Straßen entlastet werden, kann nicht auf den Ausbau verzichten und die Verlagerung des Frachtverkehrs auf das Wasser bekämpfen.
Politiker solten zu ihrem Namen stehen
Lieber Herr Alfred Schultz, ich finde es bewundernswert, dass auch Sie sich auf dieser Webseite informieren.
Als Ratsmitglied für die SPD im Rat der Stadt Köln ist uns Ihre Meinung wichtig. Es wundert mich als Autor nur, dass Sie nicht zu Ihrer Meinung mit Ihrem Namen einstehen.
Muss ich daraus nun den Schluss ziehen, dass sie nicht hundertprozentig hinter dem Ausbau des Godorfer Hafens stehen wie der Rest der SPD, oder fehlen ihnen belastbare Beweise (z.B. eine Studie der UNI Köln) um ihre Argumente zu untermauern?
Fragen über Fragen an den ernstzunehmenden Politiker!
Politiker sollten zu ihrem Namen stehen
Lieber Herr Gebhardt ich stehe immer zu meinem Namen- leider habe ich den Gast-Button- nicht weggedrückt. sorry-
Aber warum reagieren sie so dünnhäutig-
Als wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion und Mitinitiator der " Für den Godorfer Hafen" Kampagne können sie mir glauben - ich stehe zu 100 % zum Ausbau des Godorfer Hafens-
Aber ich stelle bei den Podiumsdiskussionen und auch im Gespräch mit den " Hafengegnern" immer wieder das Sankt -Florians-Prinzip fest-
Hafen ja- aber nur nicht bei uns- Dagegen sein mit guten Argumenten kann ich akzeptieren, dagegen sein aus Prinzip und vor allen Dingen : im Prinzip ja - aber nicht bei mir-
kann ich nicht akzeptieren.
Sie haben Fragen über Fragen an den ernstzunehmenden Politiker - ich stehe zur Verfügung für Fragen.
Alfred Schultz
MdR
Verfasst von ?
Lieber Kommentar-Autor,
in unser Kommentar Richtlinien steht: "Bitte nutze Deinen eigenen Namen. Bei Initiativen ist der Vor- und Nachname verpflichtend".
Leider halten sich viele nicht daran, was sehr kontraproduktiv ist.
Bitte, beim nächsten Kommentar Name schreiben.
"Meine Südstadt" Redaktion
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