Gefahrenpunkt Chlodwigplatz: Straßenbahn erfasst Kind
Wieder ein Unfall am Gefahrenknotenpunkt Nummer Eins in der Südstadt: Eine Straßenbahn hat am Donnerstagnachmittag am Chlodwigplatz einen elfjährigen Jungen erfasst. Der Junge wurde eingeklemmt und von der Feuerwehr befreit. Er kam mit schweren Verletzungen in die Uniklinik.
Zeugenangaben zufolge hatte er den Fußgängerübergang zwischen Stadtsparkasse/Merzenich und Ubierapotheke überquert und dabei eine vom Karolingerring heranrollende Straßenbahn nicht wahrgenommen. Auch das mehrfache Warnklingeln des Bahnfahrers hatte er offenbar nicht gehört.
Der Junge geriet unter die Bahn, wurde jedoch nicht überrollt, sondern unter dem ersten Drehkreuz der Bahn mit dem Gesäß eingeklemmt. Dort steckte er unter einem Rohr fest, bei dem bei Notbremsungen Sand abgelassen werden kann. Noch bevor Rettungskräfte am Unfallort eintrafen, versuchten Passanten vergeblich, das schreiende Kind zu befreien.
Der Chlodwigplatz blieb bis in den frühen Abend hinein gesperrt, Busse und Bahnen wurden umgeleitet und stauten sich. Der Bahnfahrer und drei Zeugen erlitten einen Schock.
Die Unübersichtlichkeit des Chlodwigplatzes für Verkehrsteilnehmer ist seit längerem Gegenstand von Diskussionen in Köln. Immer wieder kommt es zu Unfällen. Gefährliche Situationen entstehen im Minutentakt an dem Verkehrsknotenpunkt, den täglich Tausende von Fußgängern, Fahrradfahrern, Autos, LKWs, Bussen und Straßenbahnen kreuzen. Für auswärtige Verkehrsteilnehmer, Ältere und Kinder, aber auch für viele Alteingesessene stellt das Überqueren des Platzes eine echte Herausforderung dar: Auf engstem Raum müssen sie Dutzende von Verkehrszeichen- und Regeln beachten und dabei verschiedene querläufige Verkehrsflüsse beachten.
Muss dass so sein? Wie könnte der Chlodwigplatz sicherer werden, wie können Unfälle wie der vom Donnerstag vermieden werden? Welche Erfahrungen hast Du an diesem Knotenpunkt gemacht? Wird die Nord-Süd-Bahn die Lage entspannen?
Wie ist Deine Meinung?
MEINE SÜDSTADT eröffnet die Diskussion um den Chlodwigplatz.
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Kommentare
So schrecklich es ist...
... aber leider passieren solche Unfälle einfach.
Sicherlich kann manches optimiert werden, und auch ich bin geneigt in dieser Stadt so manches auf schlechte Planung und Klüngelei zu schieben. Aber nicht jedes Unglück lässt sich durch Zäune, Ampeln etc. vermeiden.
Das ist nunmal eine komplexe Verkehrssituation am Chlodwigplatz, mit allem was der Strassenverkehr zu bieten hat: Straßenbahn, Fussgänger, Fahrräder, Autos und Busse. Unter den gegebenen räumlichen Bedingungen birgt das einfach ein stark erhötes Risiko dem man nur sehr bedingt Herr werden kann.
Je komplizierter die Verkehrssituation desto mehr Vor- und Umsicht müssen alle Verkehrsteilnehmer walten lassen. So einfach ist das: Im Prinzip.
Peter
Schlechte Planung
Erst einmal wünsche ich dem Jungen von Herzen gute Besserung! Was für ein Horror! Mein Arbeitszimmer geht direkt auf den Chlodwigplatz hinaus und ich habe den Unfall unmittelbar mitbekommen. Aus meiner Sicht im 4.Stock wird jedoch auch erkennbar, dass die Treppenaufgänge auf der neuen Haltestelle die Situation noch verschlimmern werden. Insbesondere der Aufgang auf der Seite zum Rhein hin, bei dem man, wenn man hochkommt, die ankommende Bahn im Rücken haben wird, ist eine Katastrophe! Da man instinktiv nach dem Treppenaufgang abbiegt, liegt dort ein unermessliches Unfallpotential, denn von der Treppe bis zum Gleis ist es nicht einmal ein Meter Weg. KVB und Stadt müssen nun dringend die Planung korrigieren und aktiv werden. Auch die gesamte Sitaution des darniederliegenden Chlodwigplatzes ist eine Zumutung und nicht weiter hinnehmbar!
KVB Bahnübergang - wozu gibt es denn "Z-Übergänge" ??
In gefährdeten Straßenlagen wurden früher sogenannte Z-Übergänge errichtet (auf Blickkontakt ausgerichtete Gleisübergänge).
Antje
Ich darf Herrn Fenske
Ich darf Herrn Fenske zitieren:
"Wir hatten heute mit der Familie des Jungen Kontakt. Es geht ihm Gott sei Dank den Umstaenden nach gut und es werden keine Schaeden bleiben. Er muss noch zwei bis drei Wochen in der Klinik bleiben.
Mit meinen Fachleuten habe ich heute ueber die Situation Chlodwigplatz gesprochen. Erste Loesungsvorschlaege gibt es, wir werden so zeitnah wie moeglich Abhilfe schaffen."
Michaela, als die Haltestelle noch am Karolingerring war, war es keineswegs besser, mit den Autos ist seinerzeit meinem Empfinden nach sogar noch mehr passiert. Ich beoabachte allerdings auch jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit, dass Autofahrer, Radfahrer, Taxifahrer und Fußgänger sich scheinbar einen Sport daraus machen, auf jeden Fall noch VOR dem Bus/der Bahn über die Straße/in den Kreisel/beliebig erweiterbar zu kommen. Dieses Verhalten ist mir unverständlich.
Das aber nur nebenbei, wir werden sehen, was hier passieren wird.
Andrea
Gehandelt wird nur wenn was passiert
Das musste ja so kommen: da schnarcht die Verwaltung, da vergammelt der Chlodwigplatz, da werden täglich Veranstaltungsplakate von den provisorischen Bauzäunen rund um die Treppenabgänge abgerissen, damit wir die Bahnen auch sehen die da kommen.
Eine vernünftige Bau- und Verkehrsplanung der Menschen- Auto- und Bahnströme ist das sowie nicht.
Bleibt das Provisorium am Chlodwirplatz eigentlich bis 2017 wenn dann die erste U-Bahn rollt?
Oder passiert jetzt was weil's ein Opfer gegeben hat?
Andreas
Gefahrenpunkt Chlodwigplatz:
Ich finde es schrecklich, was passiert ist und wünsche dem Jungen, das der Unfall für ihn ohne schwere Folgen bleibt.
Diverses Baumaterial, wie Bauzäune rund um die Baustelle Chlodwigplatz versperren einfach die Sicht, um diesen Bahnübergang vernünftig zu überqueren zu können.
Ich muss auch immer inne halten und mich mehrfach umsehen, wenn ich dort die Gleise übertreten möchte.
Die KVB muss endlich handeln - als Bauherr steht sie doch in der Veranwtortung!!!
Antje
Haltestelle wieder an den Karolingerring verlegen??
Auch ich habe an dieser Stelle schon mehrfach beinah Unfälle beobachtet - nicht nur mit der Straßenbahn, sondern auch mit Autos, die von der Bonnerstr. auf den Ubierring abbiegen wollen. Viele Passanten nutzen nicht den Zebrastreifen, sondern kürzen einfach quer davor ab und laufen vor dem Zebrastreifen auf die Straße - sehr zum Ärgernis der Autofahrer, da man die Passanten oft zu spät bemerkt. Und leider sind es immer wieder auch Kinder, die diese "Abkürzung" nutzen. Man könnte hier Abhilfe mit einem Geländer schaffen.
Auch habe ich das Gefühl, dass viele Passanten die Straßenbahn einfach unterschätzen. Ganz oft laufen Menschen noch kurz vor der Bahn "rüber" - trotz klinglen der Bahn.
Ich meine, als die Haltestelle noch am Karolingerring war, gab es weniger Unfälle - ich kann mich nicht daran erinnern, dass dort mal etwas wirklich schwerwiegendes passiert ist. Oder weiß da jemand was??
Hoffentlich erholt sich der Junge von seinen Verletzungen und vom Schock gut - und hoffentlich überlegen sich die Verantwortlichen, wie man diese Gefahrenquelle endlich ausschalten kann.
Michaela
Mal sehen
Ich habe gestern eine Mail an den Oberbürgermeister und den Vorstand der KVB geschrieben. Herr Fenske hat auch direkt geantwortet und versprochen, sich zu kümmern. Mal sehen, ob nun endlich etwas geändert wird.
Ich hoffe nur, dass es dem Jungen gut geht. Wie mein Vorschreiber denke ich, es hätten meine sein können.
Andrea
???
Sollten die Bahnen in diesem Bereich besser nur Schrittgeschwindigkeit fahren? Können zusätzliche Lichtsignale etwas bewirken? Was unternimmt die KVB? Oder ist die Verkehrsplanung der Stadt einfach nur sch...?
Meine Gedanken sind bei dem 11-jährigen Jungen. Das hätte auch mein Kind sein können. Ich wünsche ihm das Beste und gute Gensung, auch von dem Schock.
Christoph
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