Eure Meinung zum Boulevardfest auf der Bonner Straße!
Das erste Straßenfest auf der Bonner Straße hat diverse Reaktionen hervorgerufen. Der Kölner Wochenspiegel titelt: "Es hat sich gelohnt!" Ein Großteil der Besucher hat sich bestens amüsiert, Bier getrunken, Fritten gegessen und zur Musik geschunkelt. Doch gibt es auch nicht wenige negative Stimmen zum Fest. Vom "zweitlängsten Desch" ist die Rede, von "Abzocke" und einer "seelenlosen Kirmesveranstaltung". Viele fragen sich, was dieses Fest mit der Südstadt zu tun hat.
Hier einige Kommentare von Südstädtern:
"Wir hatten uns das Straßenfest ganz anders vorgestellt. Wir wollten keine Kirmes und auch nicht eine solche Beschallung. Im nächsten Jahr wird es anders laufen. Dann müssen aber auch alle etwas dafür tun". L. Bauer & A. Schleisiek, Messerbänkchen
"Geisterbahn"
C.B.
"Wir verstehen nicht die negativen Äußerungen zum 1. Straßenfest in der Südstadt.
Zum Bild eines Straßenfestes gehören nun mal Fahrgeschäfte, Musik, Fressbuden und Händler. Wären nur die Einzelhändler der nahen Umgebung vor Ort gewesen, wäre es sehr überschaubar und für Besucher eher langweilig. Außerdem nicht zu vergessen, für alle Einzelhändler wesentlich teurer. Da die Mitglieder der Interessengemeinschaft keinen Cent investieren mussten um sich präsentieren zu können, ist es nur allzu verständlich, das der Veranstalter diverse zahlende Fremd-Stände verpflichtet. Sicher, man kann vieles besser machen, aber jedes Fest tut langsam wachsen! Jeder Geschäftsinhaber hatte es selbst in der Hand seinen Laden und sich positiv zu vermarkten. Wir hatten ein tolles Wochenende und konnten viele neue und alte Kunden zum Basteln begeistern."
Die Südstadt-Perlen Anya & Pia von Perlenkunst-Cologne
„Furchtbar. Billiges Fest mit sozialem Brennpunktambiente. Das war Ramsch- statt Veedelkultur. Wer hat sowas organisiert und verantwortet??“
Delef Weisweiler
„Herbe Enttäuschung oder falsche Erwartungen. Nichts von Südstadtflair wir beim Mainzerstraßenfest üblich, sondern Kommerzveranstaltung ohne das besondere Etwas. Ich habe mir die Frage gestellt: Gehört die Bonner Straße wirklich zur Südstadt?“
Barbara
„Grauenhaft, was hatte das mit der Südstadt oder der Bonnerstraße zu tun?“
Kaspar Heildelbach
Hola, das waren nicht die Südstadt-Läden (bis auf ganz, ganz wenige Ausnahmen), die sich dort präsentiert haben - leider. Es war eher die reinste Freakshow von frustrierten, professionellen Kirmes- und Straßenfest-Händlern. Leider.
Ela Grilec
... im vergangenen Jahr gab es das Straßenfest in der Mainzer Straße. Das war genau richtig! Kleine Stände, Selbstgemachtes, nur die Geschäfte vor Ort, mal ein Flohmarktstand dazwischen, so überhaupt nicht professionell, aber die Stimmung war großartig! Na gut, die Umsätze waren bestimmt nicht so zufriedenstellend, aber man kann mit der Höhe von Umsätzen ja eigentlich nie zufrieden sein.. Ich finde, das Boulevardfest sollte nicht noch mehr wachsen. Weniger wäre hier mehr!
Shirin
"Also eines muss mal gesagt werden: Einen riesigen LKW mit polierten AUTOFELGEN zum Straßenfest aufzubauen ist so krass drüber ... Schnauzbartkultur: sie lebe hoch !!!"
Kiki Hop
"ich war ein bisschen enttäuscht, weil ich dachte, die ansässigen Geschäfte und Cafés/Imbisse würden dort die möglichkeit haben nach den langen Bauarbeiten sich selbst nett zu präsentieren – was hat denn ein Autohaus, ein Asi-Felgen-Truck und ein Bremer Touristik-Fischhandel mit der Bonner Str. zu tun?! Von den netten Türken, Asiaten und natürlich Kölschen war nix zu sehen …"
Marion Schmidt
... was da von null auf hundert entstanden ist, das ist schon klasse. Das passiert in dieser Form so schnell in keinem anderen Viertel. Hey, es gibt immer viel zu verbessern - das Fest fand zum ersten Mal statt! Was wäre denn die Alternative zu den "Händler-Freaks" gewesen? (Die Bezeichnung find' ich übrigens unverschämt, dazu gehörten sehr viele nette Leute). Das wären Lücken, Lücken ohne Ende. Stimmt das hätte wesentlich mehr mit dem bisherigen "Flair" der Bonner Straße zu tun. Die Veranstaltung wäre ohne die Händler wohl trotz Sonne ins Wasser gefallen ...
" ... ja, aber auf der Mainzer Straße ist die Südstadt-Welt noch in Ordnung ..."
Klar, aber sie ist eine verkehrsberuhigte Anliegerstraße - keine verkehrsreiche Geschäftsstraße. Ist der Unterschied schonmal aufgefallen? Ich habe mich jedenfalls amüsiert, viele nette Leute kennengelernt, die ganz in meiner Nähe wohnen und die ich als Nachbarn noch nicht kannte. Meine Lebensgefährtin konnte vielen Interessierten Besuchern ihre Naturkosmetik präsentieren und hat viele neue Kunden gewonnen. Resümee: ein Erfolg.
Nächstes Jahr wirds eine Neuauflage geben. Dann könnt ihr Euch ja gerne mit den Geschäftsleuten, die in der ABC organisiert sind zusammentun, und etwas dazu beitragen, damit es besser und schöner wird - und mit mehr "SüdstadtFlair" gefeiert werden kann. Dann könnt ihr echt zeigen, das ihr mehr drauf habt, als zu meckern ... würde mich freuen.
... ne schöne Jrooß, dä Nell
Nun das war doch nur ein Versuch, den längsten Tisch von Kölle noch etwas länger zu gestalten und den Händlern, die schon seit jahren ihren Ramsch auf dem anderen Straßenfest nicht los werden, eine neue Ebene zu zeigen. Die Straße hat davon nichts. Händler vor, sperrt die Straße, stellt die Tische und Bänke raus und feiert gute Nachbarschaft. Der Rest kommt alleine. Nur noch eins: Lasst den Kreisverkehr in Ruhe - außer Ihr wohlt ihn bepflanzen.
"Präsident der Bananeninsel"
... für uns war das Fest ein voller Erfolg (wenngleich auch wir das eine oder andere - wären wir der Veranstalter - durchaus anders machen würden). Vorab erklärtes Ziel war es aber nunmal nicht nur, die anwohnenden Südstädter mit selbstgebackenem Kuchen zu beglücken, sondern auch Menschen aus den umliegenden Stadtteilen, die die Bonner Straße seit Monaten meiden, wieder ins Viertel zu locken. Nein, chromblitzende Autofelgen machen uns nicht fertig, die können wir sein lassen (die Betreiber kommen bei dem „Andrang“ auf ihrer Tribüne wahrscheinlich sowieso im nächsten Jahr nicht noch einmal). Wir konnten auch die Musik aushalten, die teilweise so gar nicht unserem Geschmack entsprach (Sonntagabend schließlich spielte sogar eine durchaus hörbare Band). Da finden wir den täglich uns umgebenden Verkehrslärm und -gestank weitaus unangenehmer. Und der war an diesem Wochenende ja zum Glück außen vor! Das Wetter hätte schöner nicht sein können, und die Stimmung war angenehm entspannt und friedlich. Wir konnten etliche nette Kontakte zu Menschen verbuchen, die wir zuvor noch nie bei Stadtrad gesehen haben. Mancher Händler hätte unserer Meinung nach mehr aus der Veranstaltung machen können, da sind vielleicht auch mehr konstruktive Beteiligung und/oder Kooperationsbereitschaft und insgesamt mehr Initiative gefragt. Ja, auch wir wünschen uns mehr Südstadtkolorit, weniger Zugebuchtes, ein insgesamt höheres Niveau, weniger Kirmes… die Eierplätzchenband wäre super gewesen… Aber nun haben wir ja bis zum nächsten Fest auch etwas mehr Zeit, uns entsprechend vorzubereiten. Wer übrigens Vorschläge zu ansässigen Künstlern hat, schicke diesen an: abc-mail@gmx.de
Ein letztes noch: Das war das erste. Und dafür war es gut!
Peter Dedenbach und Monica Metz, Stadtrad
Der gemeine Südstädter feiert gerne und ist zu diesem Zwecke auch durchaus kompromissbereit. In diesem Sinne war die Veranstaltung auf der Bonner sicher eine Möglichkeit, sich zu amüsieren, sich auszutauschen, zu flanieren, den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen. Man trifft Leute, kann ein Bierchen miteinander trinken, kann sich über die bekloppten Stände mit Zeug, das keiner braucht und das vor allem nichts mit der Südstadt zu tun hat aufregen usw. Alles kein Problem, Jeck loss Jeck elans. Jedoch grenzüberschreitend und nicht mehr tolerierbar kann man als Mensch mit schon minimalem Interesse an Kunst und hier besonders an Musik, die öffentliche Zurschaustellung zweier Männer mit Konservenmusik und miesen Texten auf einer Bühne vor dem China-Imbiss am Chlodwigplatz beruteilen. Pseudodialekt, anbiedernde Moderation, sexistische unintelligente Zwischentexte, klägliche Songs, Geräusche, die sie wohl Musik nennen. Schade. Denn die Südstadt beherbergt doch nun wirklich genug Musiker und Musikerinnen, die ein für alle beglückendes Bühnenprogramm auf die Beine gestellt bekommen. Wo waren die?????
Susanne Krings-Tito, ratlos
Wir wollen wissen, wie Ihr das Fest empfunden habt. Schickt uns bitte eine
Mail an
redaktion@meinesuedstadt.de . Am
10. Mai tagt die Interessensgemeinschaft
ABC - bis dahin möchten wir alle Reaktionen zusammentragen und vorlegen.