"Böse Schafe"
West-Berlin in Zeiten revolutionärer Umbrüche, 1987: Soja, gelernte Setzerin,
Republikflüchtling, Aushilfsblumenhändlerin mit weitem Herz, verliebt sich in den
schweigsamen, kriminellen Junkie Harry. Nichts kann ihre Liebe erschüttern. Und es gibt vieles, dass sie zu erschüttern droht: Raubüberfälle, Lügen, Drogen, Aids. Bis zu seinem jammervollen Tod, hält sie mit aller Kraft an ihrer Liebe fest. Jahre danach bleibt ihr nur ein Schulheft mit undatierten Einträgen. Hierin versucht sie ihren Gefühlen auf den Grund zu gehen und die Leerstellen zu füllen, die Harry hinterließ. Genau neunundachtzig Sätze, in denen er festhielt, was ihn beschäftigte, während er mit Soja zusammen war. Vieles kommt vor, eine fehlt: Soja.
Mit literarischer Fertigkeit und sprachlicher Reflexion lässt Katja Lange-Müller Soja die Geschichte ihrer großen Liebe erzählen, die den Tod überdauerte. Ein unsentimentaler, starker Monolog über die Liebe und die Frage, ob sie erwidert werden muss, um erfüllt zu sein.
Neben zahlreichen Preisen und Ehrungen wurde 2007 Böse Schafe für den deutschen Buchpreis nominiert.
Regie: Nils Daniel Finckh
Fassung: Johanna Marx
Mit: Johanna Marx