11.12.2011 - Weihnachtsmarkt, Fußball-Fans und viel Fantasie.
Gestern gab es in Köln zwei Großereignisse: Das FC-Spiel gegen Freiburg (4:0!!) und den Besuch von Weihnachtsmarkt-Touristen (oder wahlweise, dieses Wortspiel kann ich mir nicht verkneifen, Weihnachtsmarkt-Terroristen).
Gestern war auch internationaler Tag der Menschenrechte. Er soll an die Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte am 10.12.1948 durch die UN-Generalversammlung erinnern. Jedes Jahr begeht Amnesty International diesen Tag mit zahlreichen Aktionen auf der ganzen Welt. Wir in Köln machten einen Stand im Hauptbahnhof.
Dort erlebten wir mit voller Wucht, welche Gäste die Stadt Köln an diesem Samstag empfangen durfte – im Laufe des Vormittags die hoffnungsvollen Freiburger Fans, abends die gleichen, jetzt aber deprimiert bis aggressiv angetrunkenen Freiburger Fans, grölende Anhänger unseres FCs und natürlich die Weihnachtsbesucher. Die ganze Empfangshalle war voll mit Weihnachtsmannmützen, prall gefüllten Plastiktüten und leicht Glühwein-angesäuselten Umländern.
Diesen Leuten sollten wir erklären, warum sie sich an diesem Tag für unseren, wie es in der Genehmigung des Bahnhofsmanagements heißt, „Counter“ interessieren, mit den „Promotern“ ins Gespräch kommen und eventuell einige „Give Aways“ mit nach Hause nehmen sollten. Es ist immer wieder erstaunlich. Die Leute von denen man es am wenigsten erwartet, unterschreiben oftmals bereitwillig oder sind erstaunt, dass tragische Menschenrechtsverletzungen in vielen Ländern der Welt nach wie vor an der Tagesordnung sind.
Andererseits stößt man auf die eigenartigsten Begründungen, warum die Amnesty-Arbeit ja eigentlich großartig und unterstützenswert sei, diese Petition jetzt aber nicht unterschrieben werden könne: „Ich bin schon Amnesty-Mitglied“ „Ich bekomme schon die Zeitschriften“ „Ich unterschreibe schon so viel…“ „Ich habe leider keine Zeit“. Ein Mann, den ich um eine Unterschrift für einen Gefangenen in Kamerun bitte, lächelt mich, nachdem ich lang und breit erklärt habe, worum es geht, an und erklärt mit amerikanischem Akzent: „Mein Bruder führt ein großes amerikanisches Unternehmen mit 46 000 Mitarbeitern und spendet jedes Jahr 200 000 Dollar an Amnesty“. Außerdem behauptet er, als Berater von Bill Clinton in Nordkorea gewesen zu sein und dort Gefangene freiverhandelt zu haben. Konsequenz aus dem Ganzen ist, dass er nicht unterschreibt. Entweder der Mann hat wirklich eine sehr blühende Fantasie – oder aber ich habe tatsächlich einen Berater des Ex-Präsidenten der USA inmitten von wahnsinnigen Weihnachtsmarkt-Besuchern im Kölner Hauptbahnhof getroffen.
Auf der Rückfahrt vom Bahnhof fahre ich in Richtung Südstadt. Die Stadt ist vollkommen überfüllt, der Verkehr staut sich von der Trankgasse ohne Unterbrechung bis zum Heumarkt. Ich stehe mit meinem Fahrrad in der riesigen Schlange. Ein junger Mann, bepackt mit Tüten und einer Flasche Bier fragt mich, offensichtlich auf meinem Rad sitzend: „Du bist mit dem Fahrrad hier, oder?“ Mich wundert nichts mehr. Vielleicht war der Typ aus dem Bahnhof ja wirklich der Berater von Bill Clinton.
Unterschriften gesammelt haben wir übrigens mehr als 1000.
Das gab es am 11. Dezember zu gewinnen:
Ein Pittermännchen in der Ubierschänke
In der Ubierschänke wird die kalte Jahreszeit zünftig eingeläutet. Aus dem Hause "BöllBier" wird zurzeit der "Rote (B)Engel" ausgeschenkt. Es ist ein dunkelrotes Bier mit 5,7 Volumenprozent - also ein recht starkes Bier. Der "Rote (B)Engel" hat einen würzigen, herben, kräftigen und vollmundigen Geschmack, der gut zur Winter- und Weihnachtszeit passt. Der Gewinner kann sich über ein 10-Liter Fass freuen, das er mit seinen Freunden in der "Schänke" leeren kann.
2 Fotobücher von LAIF Agentur für Fotos & Reportagen
In einem Hinterhof an der Merowinger Straße befindet sich eine der wichtigsten Bildagenturen Deutschlands. Bereits 1981 setzten sich sechs Fotografen zusammen, um ein gemeinsames Büro zu gründen, 1993 erweiterten sie ihr Portfolio und seitdem entwickelte sich die Agentur zu einem der Marktführer im Bildsegment. Zwei Gewinner können sich über den LAIF-Bildband freuen, in den Köln modern und außergewöhnlich in Szene gesetzt wird. Dazu gehören Dom und romanische Kirchen, Rhein und Rathaus, Altstadt und der neue Hafen.
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